Landstrom & Ladegerät – Stromversorgung am Stellplatz
Eine stabile Stromversorgung im Camper bedeutet nicht nur Solar auf dem Dach oder Laden während der Fahrt – auch Landstrom spielt eine wichtige Rolle. Besonders dann, wenn Du wetterunabhängig laden möchtest, vor der Reise noch schnell Deine Batterie laden oder auf Campingplätzen mit zuverlässiger Energie versorgt sein möchtest. In diesem Teil unseres Komponenten-Guides schauen wir uns an, wie Landstrom im Camper funktioniert, worauf Du bei Ladegeräten achten musst und wie Du Dein Bordnetz sicher an das 230‑V‑Netz anschließt.
Warum zusätzliche Lademöglichkeiten so wichtig sind
Solarleistung kann – je nach Wetter, Jahreszeit und Standort – stark schwanken. An grauen Tagen, im Herbst und Winter oder beim Stehen im Schatten liefert die Solaranlage oft nicht genug Energie, um die Batterie zuverlässig voll zu laden. Solar ist ideal, aber stark wetterabhängig.
Ein Ladebooster gleicht dieses Problem zwar während der Fahrt aus, doch auch er hat Grenzen: Man möchte unterwegs nicht ständig fahren müssen, nur um Strom zu erzeugen. Gerade an schönen Stellplätzen oder bei längeren Aufenthalten ohne Ortswechsel kann der Booster keine Energie liefern.
Landstrom (230 V) wiederum ist eine sehr komfortable Ladequelle – steht aber nicht überall und nicht jederzeit zur Verfügung. Abgelegene Stellplätze, freies Stehen oder spontane Übernachtungen bieten oft keinen Zugang zu einer Steckdose.
Genau deshalb ist eine Kombination aus Solar, Ladebooster und Landstrom die beste Lösung für ein ausfallsicheres Energiesystem. Die Stärken der einzelnen Ladearten ergänzen sich, ihre Schwächen gleichen sich aus. So kannst Du Deine Batterie jederzeit nachladen – unabhängig von Wetter, Standort oder Reiseprofil.
Und falls Du noch tiefer in einzelne Themen wie Solar, Ladebooster, Batterien oder Wechselrichter einsteigen möchtest: Zu all diesen Bereichen findest Du in unserem Blog weitere ausführliche Artikel, Schritt-für-Schritt-Erklärungen und Praxisbeispiele.
Landstrom nutzen – so funktioniert’s
Beim Landstromladen wird Dein Camper über einen CEE-Stecker mit einer externen Stromquelle verbunden. Diese Steckertypen sind Standard auf Campingplätzen, wetterfest und zuverlässig.
Der Landstrom führt zu einem Batterieladegerät, das Deine Bordbatterie mit der korrekten Ladekennlinie lädt. Moderne Ladegeräte liefern typischerweise 10–30 Ampere und passen den Ladevorgang automatisch an Deinen Batterietyp an.
Zusätzlich versorgt der Landstrom – je nach Installation – direkt die 230-V-Steckdosen im Fahrzeug. Dadurch kannst Du elektrische Geräte wie Kaffeemaschine, Laptop oder Ladegeräte ohne Wechselrichter betreiben. Das spart Energie, reduziert Verluste und entlastet Deine Bordbatterie.
Wichtige Vorteile:
- Funktioniert unabhängig vom Wetter
- Perfekt zum Nachladen vor oder während längerer Aufenthalte an einem Ort
- Schonendes Laden durch optimierte Ladekennlinie
- 230-V-Steckdosen im Fahrzeug direkt nutzbar, auch ohne Wechselrichter
Damit der Anschluss sicher bleibt, solltest Du immer eine Outdoor-taugliche Kabelverlängerung nutzen.
WATTSTUNDE CEE‑Einspeisekabel mit FI‑Schutz
Das WATTSTUNDE CEE-Einspeisekabel mit integriertem FI-Schutzschalter dient nicht dazu, klassischen Landstrom ins Fahrzeug einzuspeisen, sondern ermöglicht es, den 230-V-Ausgang einer Powerstation sicher mit Deinem Bordnetz zu verbinden. So kannst Du über das Ladegerät Deine Aufbaubatterie laden – oder bestimmte 230-V-Verbraucher im Fahrzeug nutzen – ohne einen fest verbauten Landstromeingang zu benötigen.
Der integrierte FI-Schutzschalter sorgt dabei für ein hohes Maß an Sicherheit: Normalerweise benötigt ein FI eine funktionierende Erdung, die bei Powerstations ohne Landstromanschluss nicht vorhanden ist. Das Einspeisekabel simuliert diese Erdung, sodass der FI korrekt arbeiten und Fehlerströme zuverlässig erkennen kann.
Warum ist das wichtig?
- FI-Schutz erkennt gefährliche Fehlerströme
- Schutz für Dich und das Fahrzeug vor elektrischen Gefahren
- Besonders wichtig bei Feuchtigkeit oder metallischen Fahrzeugkarosserien
Kurz gesagt: Das Kabel bietet eine sichere, mobile Alternative zum klassischen Landstromeingang – speziell dann, wenn Du Deine Powerstation als Energiequelle für Dein Bordnetz einsetzen möchtest.
Das richtige Ladegerät auswählen
Ein Landstrom‑Ladegerät übernimmt eine zentrale Rolle beim Laden über 230 V. Es sollte perfekt auf Deinen Batterietyp abgestimmt sein.
Achte besonders auf:
- Ladekennlinie für AGM, Gel oder Lithium
- Ladestrom (typisch 10–30 A – passend zur Batteriekapazität, stärkere Ladegeräte sind ebenfalls möglich, diese verkürzen dann die Ladedauer.)
- Temperaturkompensation (wichtig bei AGM/Gel)
- Erhaltungsladung für Standzeiten
Ein Lithium-taugliches Ladegerät ist Pflicht, wenn Du eine LiFePO₄-Batterie nutzt. Eine falsche Ladekennlinien kann die Lebensdauer Deiner Batterie stark verkürzen.
Sicherheitsaspekte beim Netzanschluss
Landstrom bedeutet 230 V – und damit arbeitest Du in einem Spannungsbereich, der im Fehlerfall deutlich gefährlicher sein kann als das 12‑V‑Bordnetz. Während 12 V in der Regel ein geringes Risiko für den Menschen darstellen, können schon kleine Fehler bei 230 V zu Stromschlägen, Funkenbildung oder im schlimmsten Fall zu Bränden führen. Deshalb ist ein sorgfältiger und normgerechter Umgang mit Landstrom unverzichtbar!
Wichtige Sicherheitsregeln:
- Immer einen FI‑Schutzschalter oder einen Isolationswächter verwenden, um Dich vor gefährlichen Fehlerströmen zu schützen.
- Kabel ausschließlich mit IP44 oder höher nutzen, da sie Feuchtigkeit, Regen und mechanischer Belastung standhalten müssen.
- Niemals beschädigte, gequetschte oder geknickte Kabel einsetzen – schon kleine Beschädigungen können bei 230 V zu Kurzschlüssen oder Hitzeentwicklung führen.
- Ladegerät, Stecker und Steckverbindungen stets trocken und gut belüftet halten, um Kriechströme oder Korrosion zu vermeiden.
Provisorische Lösungen wie lose Adapter oder wackelige Mehrfachsteckdosen sind tabu.
Viele Camper unterschätzen die Risiken externer Stromquellen, weil sie es aus dem Haushalt gewohnt sind, „einfach nur einzustecken“. Doch im Fahrzeug herrschen andere Bedingungen: Vibrationen, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und begrenzter Platz erhöhen die Anforderungen deutlich. Eine fachgerechte Installation sorgt dafür, dass Dein Bordnetz zuverlässig, stabil und vor allem sicher bleibt.
Kombination mit der Bordelektronik
Landstrom ist nur ein Baustein im Gesamtsystem. Er ergänzt die anderen Ladequellen sinnvoll und sorgt dafür, dass Du jederzeit flexibel bleibst – unabhängig davon, ob Du fährst, stehst oder die Sonne gerade scheint. Während Solar tagsüber kontinuierlich Energie liefert und der Ladebooster Deine Batterie während der Fahrt zuverlässig nachlädt, bietet Landstrom eine stabile, wetterunabhängige Option, um Deine Bordbatterie vollständig aufzuladen oder Verbraucher direkt zu betreiben. Auch eine Powerstation kann Dein Setup perfekt ergänzen – etwa als mobile Energiequelle für Geräte außerhalb des Campers oder als Backup, wenn andere Ladequellen einmal ausfallen.
So entsteht ein leistungsfähiges, vielseitiges und ausfallsicheres Stromsystem, das sich harmonisch an Deinen Alltag anpasst – egal ob Du mehrere Tage frei stehst, Dir einen Platz auf dem Campingplatz suchst oder lange Strecken zurücklegst.
Fazit & Ausblick
Ein sicher installierter Landstromanschluss und das richtige Ladegerät sorgen dafür, dass Du unabhängig vom Wetter zuverlässig Strom laden kannst – ob auf dem Campingplatz, in der Einfahrt oder unterwegs. Gerade in Kombination mit Solar und Ladebooster entsteht ein Energiesystem, das Dich flexibel und autark versorgt.
Im nächsten Artikel unseres Komponentenguides geht es um die Wechselrichter – also darum, wie Du auch ohne Landstrom 230 V im Camper erzeugst.





