Autarkieguide

Stromversorgung im Wohnmobil – Komponenten im Fokus - Teil 2: Solarmodule

Stromversorgung im Wohnmobil – Komponenten im Fokus - Teil 2: Solarmodule

Solarmodule fürs Wohnmobil – Energiegewinnung von unterwegs

Wenn Du unterwegs wirklich autark stehen möchtest, führt kein Weg an einer gut geplanten Solaranlage vorbei. Sie ist die wichtigste Energiequelle für Camper, die frei stehen, reisen oder längere Zeit ohne Campingplatz auskommen wollen. Ein Solarmodul verwandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie – leise, zuverlässig und vollkommen automatisch. Doch welches Modul passt zu Deinem Fahrzeug, Deinem Reiseverhalten und Deinem Energiesystem? In diesem Artikel schauen wir uns alle wichtigen Modularten an und zeigen Dir, worauf Du bei der Auswahl achten musst.


Warum ist die Solarleistung so entscheidend?

Die Solaranlage speist Deinen gesamten Energiehaushalt im Camper: Sie lädt die Bordbatterie, versorgt Deine Verbraucher und stabilisiert Dein System – besonders dann, wenn Du längere Zeit ohne Landstrom unterwegs bist.

In Mitteleuropa kannst Du im Sommer mit ca. 4–6 Sonnenstunden pro Tag rechnen, im Winter oft nur mit 1–2. Ist Deine Anlage zu klein, wird die Batterie nicht vollständig geladen – das führt langfristig zu kapazitiven Verlusten und schränkt Deinen Komfort deutlich ein. Eine überdimensionierte Anlage bringt aber ebenso wenig, wenn die Batterie zu klein ist.

👉 Die perfekte Solaranlage entsteht durch das Zusammenspiel aus Solarleistung, Speicherkapazität und Verbrauch.

Bevor wir in die Planung einsteigen, schauen wir uns an, welche Modularten es überhaupt gibt – und welche davon zu Deinem Camper passen.


Welche Solarmodultypen gibt es?

Solarmodule unterscheiden sich nicht nur in Größe und Leistung, sondern auch in Bauform, Gewicht, Lebensdauer und flexibler Nutzung. Je nachdem, wie Du reist und wie Dein Fahrzeug aufgebaut ist, lohnt sich ein anderer Modultyp.

Wir stellen Dir die wichtigsten Varianten für Camper vor – inklusive konkreter Einsatzempfehlungen.

Monokristalline Solarmodule

Monokristalline Module sind die effizientesten klassischen, gerahmten Solarmodule. Sie erreichen hohe Wirkungsgrade, liefern auch bei direkter Sonne sehr gute Leistungen und benötigen weniger Fläche für die gleiche Wattleistung.

Vorteile:

  • Sehr hoher Wirkungsgrad
  • Ideal bei wenig Dachfläche
  • Stabil und langlebig

Für wen geeignet?
Für Camper mit hohem Strombedarf und begrenztem Platz auf dem Dach – etwa Kastenwagen oder Vans mit vielen Dachaufbauten.

Polykristalline Solarmodule

Polykristalline Module sind klassische, gerahmte Solarmodule und etwas günstiger, dafür aber weniger effizient. Sie brauchen mehr Fläche und liefern bei direkter Sonneneinstrahlung weniger Leistung als monokristalline Module.

Vorteile:

  • Günstiger in der Anschaffung
  • Bewährte Technik
  • Gute Leistung bei diffuser Strahlung

Für wen geeignet?
Für Fahrzeuge mit viel Dachfläche wie große Wohnmobile oder Expeditionsmobile.

WATTSTUNDE bietet bei seinen gerahmten Solarmodulen verschiedene Serien an, die sich gezielt an unterschiedliche Anforderungen im Camper richten:

SOLA FRAME Mono

Die Mono-Serie ist der bewährte Klassiker für mobile Solaranlagen. Sie setzt auf monokristalline Zellen mit hoher Effizienz und bietet eine sehr gute Balance aus Leistung, Robustheit und Preis. Ideal für alle, die eine zuverlässige, langlebige Dachanlage suchen und ihre verfügbare Fläche möglichst effektiv nutzen möchten.

SOLA FRAME Daylight

Die Daylight-Serie ist auf maximale Energieausbeute optimiert – auch bei diffusem Licht, bewölktem Himmel oder ungünstigem Sonnenstand. Durch besonders leistungsfähige Zellen eignet sie sich hervorragend für Reisen in Regionen mit wechselhaften Bedingungen oder für Camper, die auch im Herbst und Winter möglichst viel Solarertrag erzielen möchten.

SOLA FRAME Black

Die Black-Serie kombiniert solide Leistung mit einer besonders dezenten, schwarzen Optik. Sie richtet sich an alle, die Wert auf ein einheitliches, unauffälliges Fahrzeugdesign legen, ohne auf die Vorteile eines gerahmten Solarmoduls verzichten zu wollen. Technisch basiert sie ebenfalls auf monokristallinen Zellen und eignet sich ideal für moderne Vans und optisch anspruchsvolle Ausbauten.


Flexible Solarmodule

Flexible Module sind extrem leicht, flach und perfekt für gewölbte Dächer oder Fahrzeuge mit geringer Dachlast. Sie können geklebt werden, was die Montage besonders einfach macht.

Allerdings sind sie empfindlicher gegenüber mechanischer Belastung und haben eine etwas geringere Lebensdauer.

SOLA FLEX Mono – von WATTSTUNDE

  • Hochwertige PERC-Mono-Zellen
  • Bis zu 30 % flexibel
  • Robuste ETFE-Beschichtung
  • UV-beständig und salzwasserresistent
  • Ideal für gewölbte Flächen und anspruchsvolle Outdoor-Einsätze

SOLA FLEX Daylight – von WATTSTUNDE

  • SunPower-Zellen mit bis zu 24 % Wirkungsgrad
  • Besonders flache und leichte Bauweise
  • Ca. 3 % flexibel
  • UV-beständig und widerstandsfähig für langjährige Nutzung
  • Perfekt für leichte Vans & nahezu ebene Dächer

Für wen geeignet?
Für alle, die Gewicht sparen, optische Unauffälligkeit wünschen oder ein gewölbtes Dach haben.

Solartaschen – maximale Flexibilität

Solartaschen sind die mobilste Variante eines Solarmoduls. Sie lassen sich zusammenfalten und bei Bedarf aufstellen oder zur Sonne ausrichten. Damit erzeugst Du Strom, wo immer Du bist – ohne Montage.

Vorteile:

  • Extrem leicht & kompakt
  • In Sekunden einsatzbereit
  • Perfekt für Schattenparker
  • Ideal als Zusatz zur Dachanlage

Für wen geeignet?
Für alle, die flexibel reisen, wenig Platz im Fahrzeug haben oder zusätzliche Energie bei Bedarf gewinnen möchten.

Solarkoffer – mobile Module mit Power

Solarkoffer bestehen aus zwei oder mehreren zusammenklappbaren, gerahmten Modulen. Sie sind robuster und leistungsstärker als Solartaschen, dabei ebenfalls mobil.

Vorteile:

  • Hohe Leistung
  • Robuste Bauweise
  • Freie Ausrichtung zur Sonne

Für wen geeignet?
Für Reisende, die maximale Effizienz ohne Dachmontage wünschen – oder für Mietfahrzeuge und Offroad-Setups.

Übersicht: Solarmodultypen im Vergleich

Modultyp

Eigenschaften

Geeignet für …

Monokristallin

Hoher Wirkungsgrad, langlebig, kompakt, gerahmtes Solarmodul

Hoher Bedarf & wenig Dachfläche

Polykristallin

Günstig, solide, größer für gleiche Leistung, gerahmtes Solarmodul

Budget-Setups mit viel Platz

Flexibel (Mono)

Leicht, robust, 30 % flexibel

Gewölbte Dächer, Gewicht sparen

Flexibel (Daylight)

Sehr leicht, SunPower-Zellen, flach

Leichte Vans, ebene Dächer

Solartasche

Tragbar, schnell einsatzbereit

Schattenparker, flexible Nutzung

Solarkoffer

Tragbar, hohe Leistung, robust

Offroad, Mietfahrzeuge, Zusatzleistung


Wie viel Solarleistung brauchst Du wirklich?

Die richtige Solarleistung hängt von Deinem Verbrauch, Deiner Batteriegröße und Deiner Reiseroute ab. Als Orientierung:

Gesamtleistung

Geeignet für …

200–300 Wp

Mini-Setup, Wochenendtrips, kleine Verbraucher

300–500 Wp

Komfortables Reisen, Kühlschrank, Laptop, Licht

500+ Wp

Vollzeitreisen, E-Bike, Arbeiten im Camper

Diese Werte ersetzen keine exakte Berechnung, geben Dir aber eine solide Ausgangsbasis. Wenn Du Deinen tatsächlichen Bedarf exakt bestimmen möchtest, nutze unseren Solarrechner. Damit kannst Du Deinen Verbrauch, Deine Reisegewohnheiten und Deine geplante Autarkie eingeben – und bekommst direkt eine passende Empfehlung für die optimale Solarleistung. 👉 https://solarkontor.de/pages/solarrechner

👉 Kleiner Hinweis: Bevor Du Dich für Solarmodule entscheidest, solltest Du Dir klar machen, wie Du eigentlich reist – und wohin. Denn Dein persönlicher Reisestil, Deine bevorzugten Reiseziele und die Jahreszeit bestimmen maßgeblich, wie viel Solarleistung Du wirklich brauchst. Ob Du nur am Wochenende unterwegs bist, Vollzeit im Van lebst, überwiegend frei stehst oder mit Familie reist – jedes Szenario bringt andere Anforderungen mit sich. Dazu kommt: Die Sonne scheint nicht überall und zu jeder Zeit gleich. In Südeuropa oder im Sommer reichen oft kleinere Anlagen, während Du in Mitteleuropa im Herbst oder Winter deutlich mehr Reserven einplanen musst. Laptop, Kühlschrank, E-Bike, Kaffeemaschine oder nur Licht und Handy – jeder Verbraucher verändert den Energiebedarf. Es gibt deshalb keine pauschale Lösung, sondern nur ein Setup, das zu Dir, Deinen Reisezielen und Deiner Reisezeit passt.

Feste Solarmodule vs. mobile Solartaschen

Feste Module liefern konstant Energie über den gesamten Tag hinweg – ohne Auf- oder Abbauaufwand. Sie eignen sich ideal, wenn Du dauerhaft Strom erzeugen möchtest und eine Lösung suchst, die einfach funktioniert, sobald die Module einmal montiert sind. Sie bilden das stabile Grundgerüst vieler Campersysteme: zuverlässig, wartungsarm und perfekt für alle, die genug Dachfläche haben und eine kontinuierliche Energiequelle wünschen.

Mobile Module hingegen bieten maximale Flexibilität. Sie lassen sich frei zur Sonne ausrichten, funktionieren unabhängig vom Fahrzeugstandort und sind ideal für Schattenparker oder Camper, die häufig im Wald, in Städten oder im Sommer unter Bäumen stehen. Eine Solartasche kannst Du einfach dorthin legen, wo die Sonne ist – während Dein Fahrzeug angenehm kühl im Schatten bleibt. Viele kompakte Modelle passen sogar auf oder hinter die Windschutzscheibe, was besonders praktisch ist, wenn Du unterwegs bist oder keinen Platz zum Aufbauen hast.

In vielen Setups ist die Kombination aus beidem die sinnvollste Lösung: Feste Dachmodule decken Deinen Grundbedarf zuverlässig ab, während eine Solartasche oder ein Solarkoffer bei schlechtem Sonnenstand, im Schatten oder bei höherem Energiebedarf zusätzliche Leistung liefert. Unsere Empfehlung: Nutze feste Module für den Dauerbetrieb und ergänze sie bei Bedarf um ein mobiles Modul für maximale Flexibilität.

Befestigungsarten & Montagezubehör

Für feste Module gibt es verschiedene Befestigungsmöglichkeiten:

  • Haltespoiler
  • Eckprofile
  • Aluminium-Profile

Bei flexiblen Modulen kannst Du häufig komplett auf Schrauben verzichten und sie einfach verkleben.

Wichtig ist, dass die Module sicher befestigt sind, keine Vibrationen übertragen und die Kabel sauber wasserfest durchgeführt werden.

Verschaltung: Reihen-, Parallel- und Mischschaltung

Die Art der Verschaltung beeinflusst die Leistung Deiner Solaranlage – aber keine Sorge: Für die meisten Camper reicht ein Basisverständnis völlig aus.

Reihenschaltung

Hier addiert sich die Spannung, der Strom bleibt gleich. Das ist effizient bei längeren Kabelwegen – allerdings reagiert der gesamte Strang empfindlicher auf Schatten.

Parallelschaltung

Die Spannung bleibt gleich, dafür addiert sich der Strom. Perfekt, wenn Module unterschiedlich ausgerichtet sind oder Teilverschattung vorkommt. Dafür benötigst Du meist größere Kabelquerschnitte.

Mischschaltung

Eine Kombination aus beiden Methoden – sinnvoll bei größeren Anlagen, um Effizienz und Verschattungstoleranz zu verbinden.

👉 Wenn Du tiefer einsteigen möchtest: Wir haben einen ausführlichen Blogartikel über alle Verschaltungsarten – inklusive anschaulicher Beispiele, Grafiken und Praxisempfehlungen. Dort erklären wir detailliert, welche Schaltung für welchen Einsatzzweck ideal ist.

Hier findest Du den Artikel: https://solarkontor.de/blogs/news/reihen-parallel-und-mischschaltung

Und auf dem YouTube-Kanal von WATTSTUNDE findest Du ebenfalls ein passendes Video: https://youtu.be/SWHpH3pCfu8?si=3n5pvJ4Ls4pCINMU

Fazit & Ausblick

Solarmodule sind die wichtigste Energiequelle für ein autarkes Wohnmobil. Ob fest, flexibel oder mobil – entscheidend ist, dass das Modul zu Deinem Verbrauch, Deinem Fahrzeug und Deinem Reiseverhalten passt. Plane ausreichend Reserve ein, achte auf hochwertige Zellen und kombiniere feste sowie flexible Lösungen, wenn Du maximale Freiheit möchtest.

Im nächsten Teil unseres Komponentenguides geht es um die Solar-Laderegler – also das Bindeglied zwischen Solarmodul und Batterie.

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